Kündigungsreport 2026: Wenn Unternehmen entlassen
40 Prozent aller Entlassenen erleben ihr Kündigungsgespräch in weniger als fünf Minuten. Das ist kürzer als eine Kaffeepause – und beendet dabei mitunter eine Arbeitsbeziehung von mehreren Jahren. Das ist einer der markantesten Befunde des Kündigungsreports 2026 von HRworks, für den im April 2026 über 6.000 Beschäftigte in Deutschland befragt wurden. Die Ergebnisse zeichnen ein beunruhigendes Bild davon, wie Trennungen vielerorts ablaufen – und was sie bei den Betroffenen hinterlassen. 30 Prozent der Befragten haben in den vergangenen fünf Jahren mindestens eine berufliche Trennung erlebt, wobei Entlassungen durch den Arbeitgeber zuletzt stark zunehmen: Fast die Hälfte aller erfassten Entlassungen entfällt allein auf die Jahre 2024 und 2025. Auffällig ist dabei die wachsende Rolle von KI: Während 2021 nur rund ein Prozent der Entlassenen angab, dass ihre Stelle durch KI überflüssig wurde, waren es 2025 bereits rund acht Prozent. Besonders zu denken gibt, wie diese Trennungen kommunikativ gestaltet werden. Mehr als jeder vierte Betroffene berichtet, dass es keinerlei Warnsignale gab – keine Feedbackgespräche, keine Hinweise. Im Kündigungsgespräch selbst verlaufen 53 Prozent rein formal, und nur ein Drittel der Betroffenen kann überhaupt die eigene Sichtweise einbringen. Weniger als die Hälfte fühlt sich dabei respektvoll behandelt – unabhängig davon, ob das Gespräch von der Führungskraft, der Geschäftsführung oder HR geführt wird. Das Problem liegt offenbar weniger bei einzelnen Personen als im Ablauf des Trennungsprozesses selbst. Dabei sind die emotionalen Reaktionen komplexer als erwartet: 32 Prozent der Entlassenen berichten im Nachhinein von Erleichterung, fast die Hälfte sagt, ihre Lebensqualität habe sich durch die Entlassung sogar verbessert. - Was das über den Zustand der Arbeitsbeziehungen vor der Kündigung aussagt, wäre wohl einen eigenen Report wert.
