Kündigungstreiber Toxische Führung: So kann HR gegensteuern
Schlechte Führungskräfte werden befördert. Gute Mitarbeitende kündigen. Und alle wissen es. Fast jeder Fünfte hat schon wegen eines toxischen Vorgesetzten das Unternehmen verlassen – weitere 41 Prozent haben es zumindest ernsthaft erwogen. Das zeigt der aktuelle „Bad Bosses Report" von LiveCareer, für den rund 1.000 Beschäftigte in fünf europäischen Ländern befragt wurden. Das Erschreckende daran: 76 Prozent der Befragten halten schlechte Führung für weit verbreitet oder sogar unvermeidbar. Die toxischen Folgen sind vielschichtig – von Teamkonflikten (52 %) über sinkende Leistung (35 %) bis hin zu psychischen Belastungen (34 %). Und trotzdem bleibt das Verhalten häufig ohne Konsequenzen: Fast die Hälfte der problematischen Führungskräfte wird befördert oder verbleibt unbehelligt im Amt. Erschwerend kommt hinzu: Mehr als die Hälfte der Beschäftigten empfindet es als riskant, Führungsprobleme bei HR anzusprechen. HR wird also nicht als sicherer Hafen wahrgenommen – obwohl Personalabteilungen oft früher als andere Bereiche merken, wenn etwas nicht stimmt: steigende Fluktuation, interne Spannungen, sinkende Stimmung. Genau hier liegt das Potenzial. Laut der Analyse ist frühes Eingreifen deutlich wirksamer als Reaktionen, wenn der Schaden bereits angerichtet ist. Strukturelle Hebel wie Teamboni statt individueller Leistungsanreize und transparente Beförderungsprozesse können zusätzlich helfen, toxisches Führungsverhalten weniger attraktiv zu machen. Führungskultur ist kein Soft-Thema. Sie entscheidet darüber, ob Menschen bleiben oder gehen.
