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"Motivationsschreiben ist tot" – Personaler verrät, wie KI die Bewerbung verändert

Wer sein Motivationsschreiben noch selbst schreibt, fällt im Bewerbungsprozess auf – und zwar negativ. So provokant formuliert es sinngemäss Prof. Dr. Gery Bruederlin, Dozent für Personalmanagement an der Hochschule für Wirtschaft FHNW: «Wenn ich heute ein Schreiben mit Fehlern bekomme, fällt das sofort raus. Das zeigt mir, dass der Bewerber nicht einmal die einfachsten technologischen Hilfsmittel bedienen kann.» KI hat den Bewerbungsprozess grundlegend verändert. Motivationsschreiben? «Tot», sagt Bruederlin gegenüber der NZZ. Denn was früher Persönlichkeit und Motivation offenbarte, lässt sich heute in Sekunden generieren – mit perfekten Keywords, makelloser Sprache und passgenauen Formulierungen. Das schafft ein Dilemma auf beiden Seiten. Bewerber produzieren einen Output, der besser wirkt, als sie tatsächlich sind. Personaler können kaum noch prüfen, ob das Gegenüber wirklich hinter dem steht, was sie lesen. Und KI-gestützte Screening-Tools machen es nicht besser: «Die Gefahr besteht darin, dass KI nach Mustern sucht, nicht nach Potenzial», warnt Recruiting-Berater Michael Jones gegenüber der BBC. Über all das berichtete FOCUS online in einem lesenswerten Artikel, den Linke dazu finden Sie wie immer im ersten Kommentar. KI im Recruiting hat echte Vorteile – mehr Zeit für Gespräche, standardisiertere Entscheidungen, schnellerer Austausch. Aber sie kann den menschlichen Blick nicht ersetzen, gerade wenn es um Potenzial, Soft Skills und kulturelle Passung geht.

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