Pflegeheim in Wedel geht neue Wege: So kann auch eine zweifache Mutter noch 30 Stunden arbeiten
Wenn eine gute Pflegefachkraft kündigt, geht es im Austrittsgespräch selten um den Lohn. Viel öfter um den Dienstplan. Wir haben kürzlich zu diesem Thema von eine Seniorenresidenz in Deutschland gelesen. Dort arbeitet eine Pflegefachkraft 30 Stunden pro Woche. Sie ist 35 und hat zwei kleine Kinder. Unter der Woche arbeitet sie nur im Spätdienst, die Vormittage gehören der Familie. Dafür ist sie an mindestens zwei Wochenenden im Monat flexibel einsetzbar. Genau dieses «dafür» ist der Punkt. Wunschdienstpläne scheitern ja selten am guten Willen. Sie scheitern daran, dass am Ende jemand im Team die Lücke stillschweigend füllt und irgendwann selber geht. Aufschlussreich ist, dass die Pflegedienstleitung und Stellvertretung selbst kleine Kinder haben. Wer die Rechnung mit Kita und Frühdienst jeden Morgen selber macht, versteht die Bedürfnissen und plant anders. Die Karriere der Frau steht deswegen übrigens nicht still: Sie absolviert berufsbegleitend die Weiterbildung zur Praxisanleiterin. Reduzierte Stunden bedeuten in dem Fall eben nicht reduzierte Ambitionen. Neben der Inspiration enthält diese Geschichte auch eine weitere gute Nachricht: Für eine solche flexible Lösung brauchen Sie keine neue Software, sondern nur den Willen, ein Lösung für den Einzelfall zu finden, offen zu verhandeln und die Gegenleistung auch festzuhalten.
