Studie: Führungsetagen leer - was Beschäftigte wirklich zur Führung motiviert
Nur 14 Prozent der Mitarbeitenden ohne Führungsverantwortung können sich klar vorstellen, eine Führungsrolle zu übernehmen. Der Rest ist nicht desinteressiert – aber er hat Bedingungen. Eine aktuelle Befragung zeigt: 40 Prozent wären grundsätzlich bereit, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Das bedeutet auch, dass das Potenzial für Führungskräfte meist in der eigenen Organisation vorhanden ist. Es muss nur richtig aktiviert werden. Was die – potenziell – interessierten zukünftigen Kader abhält, ist selten das Geld. Die Gründe sind vielmehr die hohe Arbeitsbelastung (77 Prozent), die grosse Verantwortung (75 Prozent) und die Sorge um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (73 Prozent). Bei Frauen in Teilzeit ist der letzte Grund noch ausgeprägter. Natürlich gibt es aber auch Faktoren, die motivieren: Neben der Vergütung stehen Gestaltungsspielraum und Entscheidungsfreiheit (85 Prozent) ganz oben, dahinter Entwicklungsmöglichkeiten und Wertschätzung. Statussymbole sind klar weniger wichtig. Am interessantesten ist die Frage, was Arbeitgeber anbieten müssten. An erster Stelle wird die Möglichkeit genannt, einen eigenen Führungsstil zu entwickeln (71 Prozent). Dann der Einstieg über eine Stellvertretung und Mentoring – und die Option, in die ursprüngliche Position zurückzukehren. Für Institutionen, in denen sich Berufsbilder und Anforderungen rasch verändern, ist das keine Komfortfrage. Es ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt jemand Ja sagt. Teilzeitführung und Job-Sharing gehören dazu – kleinere Organisationen sind hier oft beweglicher als grosse.
