Unglücklich im Job? - Das ist keine gute Wechsel-Motivation!
Wer aus Frust kündigt, landet oft in genau der Situation, vor der er geflohen ist – nur mit anderem Türschild. Das beschreibt Personalberater Moritz Blüml Personalberater bei Saleshead Recruiting in einem Blog-Beitrag auf Xing treffend: Wer im Job unglücklich ist und nur noch weg will, verliert oft den klaren Blick. Alles andere wirkt plötzlich besser als die aktuelle Stelle. Im Vorstellungsgespräch werden kritische Fragen zu Aufgaben, Team oder Einarbeitung vergessen. Die Ernüchterung folgt meist rasch – der neue Job bringt neue Probleme, und der Frust holt einen ein. Blümls Beobachtung: Am besten verhandeln, wählen und bleiben Menschen, die aus einer Position der Stärke heraus entscheiden – nicht aus Flucht. Statt zu fragen «Wovon will ich weg?», lohnt sich die Frage «Wohin will ich?». Zwei Testfragen helfen dabei: Würde ich auch dann noch wechseln wollen, wenn mein Arbeitgeber morgen die drei grössten Ärgernisse beheben würde? Und kann ich in einem Satz sagen, wohin ich will – ohne über den aktuellen Job zu sprechen? Für uns in HR ist das mehr als ein Ratgebertipp. Es lohnt sich, im Austrittsgespräch wie im Bewerbungsgespräch genau hinzuhören: Spricht jemand vom Weglaufen oder von einem Ziel? Und intern können wir Mitarbeitende dabei unterstützen, ihre eigene Richtung zu finden – bevor der Frust zur einzigen Motivation wird. Wie erkennen Sie in Gesprächen, ob jemand vor etwas flieht oder auf etwas zugeht?
